Chronik


Der Turn- und Sportverein (TuSpo) Mengeringhausen e.V. wurde in seiner jetzigen Form am 18. Januar 1946 in der Gaststätte „Zur Burg“ gegründet. Aber schon lange zuvor wurde Sport in Mengeringhausen betrieben.

Unter dem Einfluß von Dr. Friedrich Böttcher, dem späteren Ehrenbürger der Stadt Mengeringhausen, gründeten 43 Männer im Jahre 1861 den ersten Mengeringhäuser Turnverein, der aber bald wieder einschlief. Am 9. Juni 1883 fanden sich erneut 23 junge Männer zusammen und beschlossen wiederum einen Turnverein ins Leben zu rufen. Um äußerlich würdig auftreten zu können ließ man schon 1885 vom hiesigen Kunstmaler Rühmer eine Vereinsfahne für 140 Mark anfertigen. Im Jahre 1903 gründete sich der Radfahrverein Mengeringhausen.

Beide Vereine bildeten die Basis für den heutigen TuSpo Mengeringhausen mit gegenwärtig folgenden Abteilungen: Fußball, Radball, Turnen, Tennis und Tischtennis. Bei der Gründerversammlung am 18.01.1946 unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Franke wurden Friedrich Schmidt und Wilhelm Nebe einstimmig zu den beiden Vorsitzenden des TuSpo Mengeringhausen gewählt.

Fußball wurde bereits vor dem zweiten Weltkrieg in der damals selbständigen Turnabteilung gespielt. 1946 starteten je eine Senioren- und Jugendmannschaft in den Spielbetrieb. Die ersten Fußballspiele nach dem Krieg wurden in dem „Loche“ hinter der Stadthalle ausgetragen, später wechselte man auf die „Meusersche Wiese“ und danach auf die „Söllinge“. 1947 wurde der mit Unterstützung der Stadt und enormen Eigenleistungen der Bevölkerung errichtete Sportplatz „Vor dem Tore“ seiner Bestimmung übergeben.

Ein Jahr zuvor (1946) wurde die erste Seniorenmannschaft Kreismeister. Bereits im Jahre 1947 wurden zwei Senioren- und je eine Schülermannschaft gemeldet, und die erste Mannschaft wurde erneut Kreismeister. Es ging ständig aufwärts mit dem Fußball in Mengeringhausen, auch ein Verdienst hervorragender Jugendarbeit. In der Saison 1965/66 unterlag der TuSpo im Waldecker-Pokalendspiel dem VfL Adorf mit 0:4. Während die erste Garnitur die Spieljahre 1967/68 bis 1969/70 jeweils auf Spitzenplätzen beendete (4., 5. und 2. Rang) wurde die zweite Mannschaft 1968/69 Meister der Reserverunde. In der Partie um Platz drei der Waldecker-Pokalendspiele unterlag der TuSpo am 19. Juli 1970 Gastgeber SV Eppe (2:4). Im Spieljahr 1970/71 mussten die Grün/Weißen sensationell in die B-Klasse absteigen, Nach drei mageren Jahren gelang 1974 der Wiederaufstieg. spielte der TuSpo eine Saison in der Bezirksklasse Marburg, konnte die Liga allerdings nicht halten.

Anfang der siebziger Jahre bildete sich eine Gemeinschaft junger Frauen, um ab Sommer 1972 als Damenmannschaft um Punkte zu spielen. 1976 wurden diese Aktivitäten wieder eingestellt.

Am 28. September 1973 forderte der damalige Bürgermeister Günter Rehbein die Bevölkerung auf, durch den Kauf von Bausteinen notwendige Eigenmittel aufzubringen, um den Neubau einer Sporthalle (veranschlagte Kosten: 450.000 DM) zu ermöglichen. Im März 1975 wurde die Hallen den Sporttreibenden übergeben.

Die Fußballvereine der Großgemeinde Arolsen haben nach der Gebietsreform beschlossen, ab 1975 jährlich „Fußball-Stadtmeisterschaften“ auszutragen. Der TuSpo errang bei der Auftaktveranstaltung in Arolsen den ersten Siegerpokal durch einen 4:0 Endspiel-Erfolg über den TSV Landau. Seit gut 15 Jahren tragen auch die Alt-Herren Mannschaften eine solche Meisterschaft aus und schon länger spielen sie auch in der Halle um den „Twistesee-Pokal“.

Die A-Jugend des TuSpo feierte am 15. Mai 1976 einen großen Erfolg: Sie wurde Bezirksmeister (2:1 gegen die SG Fuldatal in Sand) und stieg in die Landes-Leistungsklasse auf, wurde auf Anhieb Tabellenachter und ein Jahr später sogar Zweiter. Zahlreiche Spieler dieser Mannschaft bildeten für eine lange und erfolgreiche Zeit danach das Gerippe der ersten Seniorenmannschaft. Im Juni 1977 gastierte die A-Jugend der Offenbacher Kickers mit dem späteren Nationalspieler, Weltmeister und DFB–Teamchef Rudi Völler, in Mengeringhausen (1:4).

Nach dem Freischießen 1979 wurde der Hartplatz an der Stadthalle für Gesamtkosten von ca. 220.000 DM von Grund auf renoviert. Große Freude herrschte am 11. Mai 1980 an der Stadthalle, die erste Mannschaft hatte nach einem 6:2 Erfolg über die SG Wesetal den lang ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga (heute Bezirksoberliga) geschafft. Die Bilanz von 51:9 Punkten und 93:37 Toren war imponierend. Die Elf schaffte sogar das Double, im Finale um den Waldecker-Pokal bezwang man am 29. Juni 1980 in Wega den TSV Vasbeck mit 4:1 (2:1). Das Spieljahr 1980/81 absolvierte die Mannschaft in der BZL-Gruppe II (Raum Kassel-Eschwege) und wurde danach in die Staffel I (Waldeck-Schwalm) eingegliedert.

Im Spätsommer 1982 begann die Fußballabteilung mit finanzieller Unterstützung der Stadt und der Unterstützung hiesiger Baufirmen sowie enormer Eigenleistungen mit der Errichtung einer Flutlichtanlage. Anfang Dezember strahlten acht Flutlichtlampen auf sechs Masten den Platz aus.

Am 11.10.1982 spielte eine Auswahl der E-Jugend gegen die F-Jugend von Werder Bremen. Die "Stadtmusikanten" gewannen 5:2!

Ende Dezember 1980 feierten die inzwischen zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders zählenden Hallenturniere für Senioren- und Firmenmannschaften ihre Premiere, nicht nur in Mengeringhausen, damit auch im Fußballkreis Waldeck.

Die erste Seniorenmannschaft konnte die weitere Klassenzugehörigkeit erst im Juni 1986 in Niedenstein durch ein denkwürdiges 3:2 n.V. gegen den TSV Spangenberg sicherstellen. Die Reserven im Bezirk Kassel spielten mittlerweile in Konkurrenz, die zweite Mannschaft beendete die Saison 1986/87 als Meister der C.-Klasse und schaffte damit den Sprung in die Kreisklasse B.

Die erste Seniorenmannschaft ließ die Saison 1987/88 zur erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte werden. Nach einem ständigen Kopf-an-Kopf Rennen mit Jahn Treysa und GW Borken machte die Elf am 29. Mai 1988 ihr Meisterstück. Am letzten Spieltag wurde der TSV Altenlotheim mit 5:2 förmlich abgekanzelt. Der heimliche Traum von der Landesliga war Realität geworden. Es dauerte allerdings bis zum 26. Februar 1989, ehe die Mannschaft mit dem 3:2 über den TSV Künzell den ersten Sieg feiern konnte. In der Endphase der Meisterschaftsrunde sammelte die Mannschaft zwar 15:7 Punkte, der Kraftakt reichte bei vier Absteigern aber nicht mehr zum Klassenerhalt. Vor der Saison wurde eine dreistufige Stehterrasse auf der Hangseite des Sportplatzes errichtet.

Mit Beginn der Spielserie 1992/93 gibt die Abteilung bei Heimspielen das Stadionheft „Anpfiff“ heraus, mit umfangreichen Berichten über das Fußballgeschehen des Vereins.

Im Sommer 1993 ging ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung, der Bundeswehrsportplatz an der Hagenstraße war zum einem Rasenplatz umgestaltet worden. In einem feierlichen Rahmen wurde er von Bundeswehr und Stadt seiner Bestimmung übergeben. Bereits seit dem Frühjahr 1992 hatten die Mitglieder der Fußballabteilung und freiwillige Helfer das vorhandene Umkleidegebäude umgestaltet.

Am Ende des Spieljahres 1994/1995 mußte die erste Seniorenmannschaft nach 15-jähriger Zugehörigkeit auf Bezirks- und Landesebene die Bezirksoberliga verlassen und in die Bezirksliga Waldeck absteigen. Als im Bezirk Kassel nach Beendigung der Saison 2000/01 verhinderte eine denkbar knappe 0:1 Niederlage gegen den SV Ehlen im entscheidenden Spiel der Relegationsrunde den sofortigen Wiederaufstieg. Acht Tage später verlor man das Finale um den Waldecker-Pokal gegen die SG Ungedanken/Mandern mit 0:5 (0:1). die Spielklassen neu geformt wurden (u.a. wurden die Bezirksligen von sechs auf vier verringert) mußte die erste Mannschaft als Tabellenzehnter die Bezirksliga in Richtung Kreisliga A verlassen. Der zweiten Mannschaft blieb daher der Aufstieg trotz Meisterschaft verwehrt. Man wäre in die Kreisliga A aufgestiegen, in die nun die Erste abstieg.

Aber am 18. Mai 2003 konnte endlich wieder gejubelt werden. Durch einen 5:1 Erfolg bei der SG Lelbach/Rhena sicherte sich die Elf vorzeitig die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga Waldeck/Wolfhagen. Am Ende standen 71 Punkte und 93:23 Tore zu Buche. Versüßt wurde die Saison noch mit dem vierten Platz im Waldecker-Pokal. In Hemfurth unterlag man der SG Höringhausen/Meineringhausen erst nach Elfmeterschießen.

Ein Kleinspielfeld in direkter Nähe des Stadions an der Hagenstraße wurde im Sommer 2003 endgültig fertiggestellt und dient zum Training bzw. für Spiele des jüngeren Nachwuchses.

Im November 2003 konnte ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte gesetzt werden. Nach enormen Eigenleistungen der Mitglieder sowie anderer freiwilliger Helfer und großzügiger Hilfe mehrerer Firmen, konnte das in Rekordzeit errichtete Vereinsheim an der Hagenstraße feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Das Vereinsheim bietet als neue Heimat der Fußballabteilung Platz für ca. 70 Personen. In Zuge der Bauarbeiten wurde auch der komplette Außenbereich neu gestaltet und der Sportplatz mit einer zeitgemäßen Beschallung ausgestattet. Mit Fug und Recht kann die Anlage nunmehr als Schmuckstück bezeichnet werden.

Im Juni 2004 stieg die zweite Mannschaft nach einer erfolgreichen Relegationsrunde in die Kreisliga A auf.

Die sportliche Berg- und Talfahrt der letzten Jahre setzte sich leider auch im Jahr 2006 fort. Nach der glücklosen Saison 2005/2006 mussten beide Seniorenmannschaften ihre Spielklassen als sportliche Absteiger verlassen und fanden sich in der Kreisliga A und in der Kreisliga B wieder.

Spannend verlief die Saison 2007/08, in der beide Mannschaften in ihrer Klasse die Vizemeisterschaft holten. Leider schaffte man den Aufstieg über die Relegation in die neue Kreisoberliga nicht. Somit spielen beide Mannschaften gemäß der Spielklassenreform in der Spielklasse "Kreisliga A" bzw. "Kreisliga B" (Namen bleiben bestehen).

Nach dem knappen scheitern im Vorjahr ist die 1. Mannschaft in der Saison 2008/2009 als zweiter der Kreisliga Waldeck Gr. 1 in die Kreisoberliga aufgestiegen. Das notwendige Relegationsspiel gegen den zweiten der Gr. 2 brauchte nicht ausgetragen werden, da die Neuordnung der Kreisoberliga anstand. Alle Mannschaften aus dem Kreis Kassel haben diese verlassen und somit startete die KOL mit nur 13 Mannschaften in die Saison 2009/2010.

Fortsetzung folgt...